DOKVILLE 2006
Das Kultuforum in Ludwigsburg

Wilhelm Reschl, HDF
Wilhelm Reschl vom HAUS DES DOKUMENTARFILMS begrüßt die Besucher von DOKVILLE 2006


Mehr als 300 Teilnehmer – zum Teil aus dem deutschsprachigen Ausland – nutzten die Gelegenheit sich zwlang kompakt über das Thema „Auf schmalem Grad – Copyright und Rechte“ zu informieren. Dokville erwies sich einmal mehr als spannendes Forum für intensive Diskussionen und neue Kontakte zu Filmemachern, Produzenten und Redakteuren verschiedener Sender.

Die große Resonanz bewies die Aktualität dieses Themas, denn immer größere Bereiche des öffentlichen Lebens sind urheberrechtlich geschützt. Ein Dokumentarfilmer muss inzwischen sehr genau planen und frühzeitig mit der Rechteklärung beginnen, um einen Film überhaupt realisieren zu können. Dies betrifft nicht nur Musik und Archivmaterial, sondern ebenfalls alltägliche Geräusche wie Handyklingeln, Radioprogramme im Hintergrund, Kunstwerke, Architektur oder auch Markenlogos. Es gibt zwar Lösungsmöglichkeiten wie das Zitatrecht oder das zu vernachlässigende „Beiwerk“, wie es die Juristen nennen. Dies ist jedoch an bestimmte Bedingungen geknüpft und muss von Fall zu Fall entschieden werden. Selbst wenn ein Dokumentarfilm-Produzent einen entsprechenden Prozess gewinnt, muss er in der Regel allein die entstandenen Kosten tragen. Neben den juristischen Grundlagen wurde bei Dokville 2006 mit verschiedenen Archivvertretern sehr engagiert über die Nutzung von historischem Archivmaterial diskutiert und die Frage aufgeworfen, inwieweit es moralisch gerechtfertigt ist, dass die Bundesrepublik Deutschland noch immer an der Auswertung von NS-Propagandafilmen verdient. Ein zweiter Schwerpunkt war die Nutzung von Musik, wobei hier eine Lösung ist, Komponisten mit der Musik zu beauftragen oder professionelle Rechteklärer einzuschalten. Ein dritter Aspekt waren die neuen Möglichkeiten des Internets, die beispielsweise von Foto- und Footageagenturen bereits intensiv genutzt werden. Sie ermöglichen eine meist kostenlose Recherche weltweit. Dokumentarfilmern bietet sich damit die Chance, ihr Material zusätzlich zu vermarkten. Das Internet erweitert ihre Chancen, über neue Modelle Interessenten ganz direkt zu erreichen.

Dokville 2006 (www.dokville.de) wird vom Haus des Dokumentarfilms Stuttgart organisiert mit seinen Partnern, der MFG Filmförderung, der Stadt Ludwigsburg und der Film & Medienfestival gGmbH. Der erste Tag wurde abgeschlossen mit einem Abend an der Filmakademie Baden-Württemberg.
Im Jahr 2007 wird Dokville vom 21. - 22. Juni stattfinden und dann wird auch wieder der mit 20.000 € dotierte Baden-Württembergische Dokumentarfilmpreis vergeben, der alle zwei Jahre von der MFG Filmförderung und dem SWR gestiftet wird und natürlich auch der Förderpreis mit 3.000 € vom HAUS DES DOKUMENTARFILMS.

 

Galerie

Bilanz Dokville 2006 - »Auf schmalem Grat – Copyright und Rechte«
Dokville 2006, der Branchentreff Dokumentarfilm im Kulturzentrum Ludwigsburg war auch im zweiten Jahr sehr erfolgreich.